Westerngitarre Taylor BT1 im Test

Westerngitarre Taylor BT1 im Test Bild 1
Westerngitarre Taylor BT1 im Test Bild 2

Die Taylor BT1 ist eine Taylor Baby Westerngitarre aus hochwertigem Holz, wie es typisch für das Unternehmen ist. Bob Taylor gründete es 1974 im kalifornischen Lemon Grove und bot ab sofort High End Westerngitarren an.

Dies katapultierte ihn nach wenigen Jahren an die Spitze des Segments neben die Platzhirsche Martin und Gibson. Das Edel-Image der Gründerjahre blieb erhalten - vollkommen zu Recht, wie unser Test der Taylor BT1 beweist.

  1. Wer spielt Taylor Gitarren?
  2. Taylor BT1: der Resonanzkörper
  3. Kopfplatte, Hals und Griffbrett
  4. Klang und Spielpraxis der Taylor BT1
  5. Baby Taylor 1: unser Fazit

Wer spielt Taylor Gitarren?

Die hochwertigen Materialien und die handwerkliche Präzision, die durch innovative, computergestützte Fertigungstechniken ergänzt wird, begeistern Musiker wie David Gilmore, Bruce Springsteen, Leo Kottke, Ron Wood, Lenny Kravitz und Keith Richards. Inzwischen sind die Gitarren in 60 Ländern der Welt zu haben, Taylor Guitars behauptet sich unter den ersten Herstellern des Premiumsegments. Auch in mittleren Preislagen bietet die Firma sehr schöne Gitarren an, neben den Western-, Halbresonanz- und Konzertgitarren auch Dreiviertelgitarren, die für Reisen oder kleinere Personen (natürlich auch Kinder) bestens geeignet sind. In diese Kategorie gehört die Taylor BT1, ein Kürzel für Baby Taylor 1.

Taylor BT1: der Resonanzkörper

Die Gitarre tritt in Gestalt einer Dreadnought mit breiter Taille und eckigen Schultern an, doch ihr Korpus wurde um durchschnittlich 25 % verkleinert. Die breiteste Stelle misst am Unterbug 31,7 cm (Original: 39,7 cm), die Zarge hat am Knopf eine Tiefe von 8,7 cm (Original: 12,5 cm). Die Einschränkungen mindern das Luft- und damit das Klangvolumen, das wissen Gitarristen natürlich. Als Bespannung sind Stahlsaiten vorgesehen, anders klingt eine Westerngitarre nicht richtig. Damit hat die kleine BT1 praktisch kaum Konkurrenz, weil die handelsüblichen Dreiviertelgitarren durchweg Nylon tragen. Dennoch empfehlen wir auch die Taylor BT1 für Kinder und Jugendliche, die wie ihre Vorbilder aus Country, Western und Rock klingen möchten. Billig ist die Taylor-Gitarre allerdings nicht, für das bloße Probieren eines Kindes, ob wohl das Gitarrespielen Spaß macht, sollte ein günstigeres Modell angeschafft werden. Eine Taylor BT1 hat eine Decke aus Sitkafichte, einen Boden und Zargen aus Sapele-Schichtholz und ein Griffbrett aus Ebenholz (wie bei einem ordentlichen Streichinstrument). Damit gehört sie in der Klasse der Dreiviertelgitarren zur Oberliga. Professionelle Gitarristen werden sie sehr gern als Reisegitarre mitnehmen und dürften begeistert sein. Die Polierung der Decke verläuft makellos seidenmatt, das afrikanische Sapele-Schichtholz (eine Mahagoni-Variante) ähnelt dem preisintensiven amerikanischen Mahagoni. Die gesamte Bauart geht einen Kompromiss zwischen gewünschtem erstklassigen Klang durch gutes Holz und dem Verzicht auf allzu preistreibende Intarsien ein. Das betrifft auch die eher schlichte hölzerne Schalllochverzierung. Die Saiten werden über eine Stegeinlage aus dem Kunststoff Nubone geführt, der einem echten Knochen täuschend ähnlich sieht und vergleichbare Klangeigenschaften bewirkt: Inkonsistenzen an weicheren Stellen gibt es nicht.

Kopfplatte, Hals und Griffbrett

Auch diese Teile bestehen aus Sapele und wurden maßstabsgerecht gegenüber dem Original verkleinert. Der Hals entspricht mit 11,2 cm am Sattel dem der normalen Westerngitarre, was spieltechnisch äußerst vernünftig ist, aber eher erwachsenen Gitarristen entgegenkommt. Dasselbe betrifft den Sattel. Die Mensur ist dennoch kleiner (57,8 anstelle von 64,0 cm), die Bundbreiten sind es auch, zudem gibt es nur 19 Bünde. Die Verleimung des Halses (ohne Halsfuß) erscheint sehr stabil, zusätzlich gibt es im 16. Bund eine Verschraubung. Der Unterbau der Decke entspricht den üblichen Standards mit zwei Hauptstreben und ihrer Kreuzung am Schallloch. Auf den Bodenbalken und -mittelstreifen hat Taylor verzichtet, das macht die BT1 sehr leicht.

Klang und Spielpraxis der Taylor BT1

Die Saitenlage fällt durchweg passabel aus, eine sanfte Griffbrett-Wölbung kommt dem großen Barrégriff entgegen. Äußerst angenehm und einem Profi-Instrument angemessen ist die bundreine Intonation, die als größte Schwäche allen billigen Gitarren fehlt. Leider erkennen das selbst viele Semi-Profis nicht, die mit einem Stimmgerät unterwegs sind (albern!) und bestenfalls noch die Saiten untereinander per Flageolett einstimmen können, aber ansonsten einfach nichts hören. Das betrifft unter anderem - schrecklich, schrecklich - Comedians wie Olaf Schubert oder Otto Waalkes, die auf der Bühne vor sehr großem Publikum eine Gitarre in die Hand nehmen, die man ihnen schnurstracks wieder wegnehmen möchte. Die Bässe der Taylor BT1 sind durch den kleineren Korpus und den fehlenden Bodenbalken etwas schwächer als gewohnt. In den Höhen klingt die Gitarre wiederum seidig-glänzend, keinesfalls schrill und damit insgesamt ausgewogen, nur eben eher “kammermusikalisch". Durch den kleinen Resonanzkörper haben die Töne eine hohe Grundfrequenz mit runden Mitten, das unterstützt zusätzlich das ebenmäßige Klangbild.

Baby Taylor 1: unser Fazit

Die Taylor BT1 ist eine durchweg empfehlenswerte kleine Westerngitarre mit edler Anmutung und erstklassiger Bauart. Ihr kleinerer Ton passt zum zarten Auftritt.

Informationen zum Hersteller:

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