Sandberg California Series 2017

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Sandberg, 1986 von Holger Stonjek in Braunschweig gegründet, ist längst kein Insider-Tipp mehr. Deutschland- und weltweit ist bekannt, dass die Gitarren und besonders die E-Bässe der niedersächsischen Manufaktur exzellente Qualitätsinstrumente sind.

  1. Sandberg und die E-Bässe
  2. Die California-Serie
  3. Die California VM2 2017 Serie
  4. Sandberg California VM2 - State of the Art?

Sandberg und die E-Bässe

Die Wurzeln der Designs sind dabei leicht zu erkennen. Sowohl Gitarren als auch Bässe sind eindeutig von Fender inspiriert und greifen deren grundlegende Ideen auf. Doch Stonjek und sein Geschäftspartner Gerd Gorzelke betreiben keine Kopierbude, sondern warten regelmäßig mit neuen, frischen Ideen auf, die die eigenen Instrumente stetig verbessern. Die Marke steht für kompromisslose Qualität und Innovationskraft.

Der Katalog der E-Bässe reicht dabei von klassisch gehaltenen Modellen bis hin zu äußerst progressiven Varianten, die hinsichtlich Holzauswahl, Bauform, Hardware und Verdrahtung mit den höchsten und modernsten Standards weltweit konkurrieren. Die Liste der prominenten Spieler, die bevorzugt auf Sandberg zurückgreifen, wird auch deswegen immer länger. Als einige, wichtige Gesichter der Marke sind unter anderem Ida Nielsen (Prince), Johannes Stolle (Silbermond), Oliver Riedel (Rammstein) und Ken Taylor (Peter Maffay, Brian May, Bruce Springsteen) zu nennen.

Außerdem vertritt Sandberg, gegründet und geführt von Vollblutmusikern, einige unumstößliche Werte. Keiner der Sandberg-Endorser hat einen Exklusivvertrag, sondern man lässt jedem Musiker die freie Auswahl, welche Instrumente und Marken er oder sie noch spielen möchte. Diese Politik ist im heutigen Business mehr als nur liberal. Auch der Fakt, dass fast jedes Modell ohne Aufpreis (!) als Linkshänder-Version verfügbar ist, ist ein toller Service und bei weitem mehr, als die Großen der Branche momentan anbieten.

Die California-Serie

Schaut man in den Katalog von Sandberg, fällt sofort die California-Modellreihe ins Auge. Diverse Buchstabenkombination nach der Bezeichnung California sagen uns dann, um welches Modell es sich genau handelt. Dröseln wir das Knäuel schnell auf.

Es gibt die California-Serien T-Style und V-Style. Diese Unterscheidung geht auf den Modellursprung zurück. Natürlich darf und will Sandberg keine Fender-Bezeichnungen verwenden, aber die V-Style-Serie basiert offensichtlich auf dem Design des Fender Jazz Bass, die T-Style-Modelle dagegen auf dem bekannten Fender Precision Bass.

Die V-Styles unterteilen sich dann wieder in verschiedene Modelle, VS ist dabei das klassischste: Zwei versetzte Spulen, die einen gemeinsamen Tonabnehmer ergeben. VT ergänzt einen zweiten Tonabnehmer, nämlich einen reinen Singlecoil in Richtung Steg, wie er sonst bei den T-Styles (und im Original dem Jazz Bass) verwendet wird. Ein echter Crossover! Der VM geht noch einen Schritt weiter, hier paart man den Precision-Tonabnehmer mit einem Humbucker am Steg. (Beispiel: Sandberg California VM2 Darkhawk BKB*)

Die T-Styles arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip. TT entspricht weitestgehend dem klassischen Jazz Bass, also einem Aufbau mit zwei Singlecoils. Der TM paart den Singlecoil in der Mitte mit einem Humbucker am Steg. Gemeinsam haben alle T- und V-Styles die aktiv-passiv-gemischte Verdrahtung sowie die Option, jedes Modell als Viersaiter oder Fünfsaiter und, wie bereits angesprochen, jeweils für Linkshänder zu erhalten. Außerdem kann man sie auch als Fretless-Version bestellen. Wer sich das nicht alles merken kann, erhält Hilfe von Sandberg. Auf deren Website findet sich ein Konfigurator, mit dem man alle verfügbaren Kombinationen durchspielen kann.

Die California VM2 2017 Serie

Doch was ist nun der VM2? Der Unterschied zum VM besteht in der Auswahl der Tonabnehmer: Hier kommen zwei Humbucker zum Einsatz. Vom klassischen Precision-Tonabnehmer ist also nichts mehr zu sehen. Die VM-Modelle sind schon länger Bestandteil des Programms, wurden aber 2016 grundlegend überarbeitet. 2017 folgt nun der VM2.

Ja, natürlich erkennt man die Grundzutaten des Precision. Der Korpus besteht aus Erle, allerdings gibt es auch eine Variante aus Esche. Der Hals ist aus Ahorn gefertigt, er wird mit sechs Schrauben an den Korpus geschraubt und trägt ein Palisandergriffbrett mit 22 Bünden. Eigentlich sind es sogar 23, denn Sandberg verbaut einen Nullbund und erreicht damit, dass leer gespielte Saiten exakt so klingen wie gegriffene Töne. Die Lagen werden mit dezenten Punkten markiert. Die Mechaniken sitzen zu viert in einer Reihe, kommt eine fünfte Saite hinzu, wandert die zusätzliche Mechanik auf die untere Seite der Kopfplatte. Als Viersaiter spielen wir auf einer Mensur von 34 Zoll, mit der fünften Saite verlängert sie sich auf 35 Zoll.

Die beiden Humbucker wurden von Sandberg selbst entwickelt, sie tragen treffenderweise den Namen Power Humbucker. Auf dem Instrument finden sich vier Regler. Zwei davon sind eine Klangreglung, der hinterste regelt die Bässe, der vorletzte die Höhen. Davor wiederum sitzt der Balanceregler. So wie vom Jazz Bass bekannt, regelt er das Mischungsverhältnis zwischen den Tonabnehmern stufenlos, von einzeln alleine in der jeweils äußersten Stellung bis hin zu parallel geschaltet in der Mittelstellung. Vorne sitzt der Lautstärkeregler mit Push-Pull-Funktion. Standardmäßig arbeitet die Klangreglung aktiv und wird von einem Preamp unterstützt, zieht man aber den Schalter, so wirkt sie rein passiv.

Nimmt man den Bass in die Hand, merkt man, wie sich Sandberg deutlich von Fender emanzipiert. Nicht nur die Verarbeitungsqualität ist großartig, sondern auch die Anpassungen des gesamten Designs. Vom Halsprofil über die Form des Korpus bis hin zur Balance des Instruments, hier wirkt alles wie aus einem Guss. So, als hätte eine Crew von Instrumentenbauern über die letzten 30 Jahre hinweg das Design konsequent verbessert und angepasst.

Die Bespielbarkeit wird daher zum Genuss. Der Bass ermöglicht eine tiefe Saitenlage, sogar für eine tiefe H-Saite, und erlaubt damit virtuose Spielweisen. Das sowie die perfekte Intonation ist auch der innovativen Brücke zu verdanken. Nicht nur, dass sie dank ihrer Masse eine direkte und sustainreiche Klangübertragung bietet, nein, mit ihr kann man jede Saite in drei Achsen verstellen. Der Spieler kann damit Intonation, Saitenlage und Saitenabstand individuell präzise anpassen. Wer zum Beispiel ganz andere Saitensätze als die üblichen 40er Sätze nutzt, wird diese Möglichkeiten zu schätzen wissen.

Steckt man das Kabel in der Klinkenbuchse (Achtung, zweimal einrasten lassen - dann ist die aktive Regelung am Start und das Kabel gegen versehentliches Herausziehen gesichert) und hängt der Bass am Amp, schlottern auch schon die Hosenbeine. Die beiden Humbucker machen richtig Druck, ein wuchtiges Fundament grollt aus dem Verstärker. Es fehlt zwar etwas von der knackigen, holzigen, rotzigen Ansprache, die man von klassischen Precision-Modellen her kennt, aber die Tonentfaltung ist trotzdem sehr direkt. Und natürlich soll dieser Bass auch nicht twängen, sondern ordentlich Schub geben. Das tut er auch, trotzdem matscht er nie, sondern bewahrt unglaublich viel Transparenz und Präzision. Ich behaupte: Von Blues über Rock bis Heavy Metal kann dieser Bass alles abdecken und versorgt den Sound der gesamten Kombo mit wahnsinnig viel Druck von unten.

Die aktive Klangreglung erlaubt es, noch mehr Bassschub und/oder etwas Brillanz in den Höhen hinzuzufügen. Schaltet man in den passiven Modus, hat der Bassregler keine Wirkung und der Höhenregler fungiert als klassische Höhenblende. In diesem Modus büßt der VM2 etwas Bass und Druck ein, tauscht aber Kompression gegen Offenheit und Dynamik.

Sandberg California VM2 - State of the Art?

Der California VM2 bereichert Sandbergs V-Styles um eine Variante, die modernere, glattere und wuchtigere Sounds mit dem klassischen Spielgefühl eines Precision Bass verbindet. Das positive daran ist, dass dieses Design konsequent weiterentwickelt wurde, um höchstmöglichen Spielkomfort und eine herausragende Klangqualität zu erreichen. Der VM2 trägt mit seinem Sound eine ganze Band, klingt aber in eher Vintage-orientierten Formationen vielleicht einen Ticken zu massiv. Aber wer auf den Bassdruck, der ohnehin ein Markenzeichen von Sandberg ist, steht und dem Ganzen mit zwei Humbuckern noch eine Schippe mehr verpassen will, der wird schwerlich einen besseren Bass finden – erst recht zu diesen Konditionen, von denen sich die großen Hersteller ebenfalls ein paar Scheiben abschneiden könnten. Es ist erfreulich zu sehen, dass ein deutsches Unternehmen mit den großen amerikanischen Unternehmen Schritt halten kann.

PS: Zur Feier des 30-jährigen Bestehens ist der VM2 auch in einer 30th Anniversary Sonderedition verfügbar, die ihn in ein schwarz-silbernes Outfit mit etwas veränderten Griffbretteinlagen steckt.

Informationen zum Hersteller:

  • sandberg guitars
  • Das verwendete Bildmaterial ist urheberrechtlich geschützt. © Holger Stonjek / sandberg guitars

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