Claas: Leviathan B4 Custom Shop

Claas: Leviathan B4 Custom Shop

Der neuartige Headless von Claas wirkt zierlich, während sich dieser recht nackte Bass fulminant spielen lässt. Als kopflose Bassgitarre ist der Leviathan ein Außenseiter, als Single Cutaway damit ein bizarrer Retro.

Zu diesem Vintagegefühl tragen auch die Passivabnehmer bei sowie der überraschende Schraubhals, der allerdings recht aufwendig verblendet daherkommt. Zudem zeigt sich dieser Seltsam-Bass mit unorthodoxem Cut-Mix aus Florentinisch und Maccaferri. Der B4 von Alexander Claas vereint diese und andere Widersprüchlichkeiten souverän in klarer Individualität. Im Wesen passt sein besonders schräger Auftritt auch hervorragend zu einer eigenwilligen E-Gitarre.

Aufbau und Optik

Der Schraubhals des Leviathan irritiert angenehm: Meist präsentieren sich Bässe im Singlecut ja mit durchgehendem Hals – der nur einseitig gegebene Korpus stabilisiert weniger, bei diesem Claas-Bass zur elften Lage. Daher fixieren gleich zehn Schrauben den Neck dieses kompakten B4.

Den zugleich kantig und rund wirkenden Korpus aus Mahagoni schützt matter Speziallack mit grün phosphoreszierenden Kratzstreifen. Im Hals liegen drei Streifen harter und elastischer Wenge sowie zwei Streifen Ahorn. Das Griffbrett aus Ebenholz unterteilen 24 Edelstahl-Bünde sowie der Nullbund als Abschluss der Longscale-Mensur.

Im Saitenhalter fixieren Inbusschrauben die vier Klangquellen. Dort lässt sich der Spannstab des Halses bequem einstellen. Vier Einzelstege (Monorail) auf dem Korpus integrieren ihre Tuner und bieten drei Dimensionen zum Justieren der Saitenlage.

Innovativer Pickup

Der passive Leviathan nutzt zwei moderne Aluma-J-Singlecoils von Lace für klaren Klang. Parallele Barrenmagnete komplettieren den recht minimalistischen Pickup. Statt klassischer Lackwicklungen aus Kupfer ergeben Streben des PU-Gehäuses eine stark niederohmige, primäre Aufwärtsübertragung. Aus diesem optimierten Design fließt ein regulärer Ausgangspegel mit sehr guter Brummlöschung, deren Eleganz und Effektivität stark an einen Humbucker erinnert. So reichen ein PU-Überblender und Volume-Regler zur Klangkontrolle– und weitergabe. Im Elektrofach findet sich allerdings ausreichend Platz für Ergänzungen der Nachbearbeitung.

Angenehme Spielpraxis

Im Korpus versenkte und arretierbare Gurthalter a la Dunlop tragen zum organischen Aussehen des Leviathan bei. Dieser Headless hängt bestens balanciert mit leichten dreieinhalb Kilogramm. Tiefe Lagen enden gewöhnungsbedürftig nah am Körper, dafür erreichen die meisten Spieler höhere Lagen ohne Probleme. Nach den letzten beiden Bünden dürften sich viele allerdings etwas strecken: Mit kürzerem Halsüberhang zum Korpus verliert sich sonst gerade bei einem Headless der elegant lange Basslook.

Harmonischer Klang

Der akustisch besonders direkt ansprechende Leviathan puncht elektrisch recht drückend und murrt mittig-warm. Auch die ausgewogene Brillanz lässt nicht an Optimierungsbedarf denken. Zudem stimmt der PU-Überblender das Timbre vielfältig ab, ob Jaco oder breiter Hintergrund. Soundfetischisten ordern ihren Leviathan zusätzlich mit individueller Aktivelektronik.

Informationen zum Hersteller:

  • Webseite: Claas Guitars
  • Das verwendete Bildmaterial ist urheberrechtlich geschützt. © Alexander Claas, 2016
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