PRS Private Stock Super Eagle II

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Spricht man über E-Gitarren und deren größte Unternehmen, sind seit jeher Gibson und Fender die wohl wichtigsten Marken.

  1. Gibson, Fender - und PRS
  2. John Mayer, das neue Gesicht von PRS
  3. PRS und die Super Eagle
  4. Tonabnehmer, Elektronik und deren Auswirkung
  5. Fazit zur PRS Private Stock Super Eagle II

Gibson, Fender - und PRS

Beinahe jeder Gitarrist hat wohl mindestens einmal in seinem Leben eine Stratocaster, Telecaster, Les Paul, SG oder ES-335 gespielt. Die Popularität von Fender und Gibson ist bis heute ungebrochen, doch hat sich seit den 80er Jahren ein Unternehmen hervorgetan, das am Sockel dieser Legenden kratzt: Die Edelschmiede um Paul Reed Smith aus Maryland, USA.

Die Geschichte begann vergleichsweise einfach in den 70er Jahren. Paul Reed Smith baute für ein Studienprojekt eine Gitarre selbst, entdeckte sowohl Talent als auch Leidenschaft und brachte mit viel Beharrlichkeit seine Gitarren an den Mann. Freilich nicht an irgendwen, nein, seine ersten Kunden waren damals schon prominente Namen wie Carlos Santana, Peter Frampton und Al Di Meola.

John Mayer, das neue Gesicht von PRS

Signature-Modelle, also leibgeschneiderte Modelle für Künstler, haben somit Tradition bei PRS. Auch deshalb hat das Unternehmen keinen so genannten „Custom Shop”, denn das gesamte Unternehmen versteht sich als kundenorientiert. Die Sonderfertigung dort nennt sich „Private Stock” und hin und wieder findet sich ein großartiger Künstler ein, um dort sein eigenes Modell zu erhalten. Das jüngste Aushängeschild von PRS Guitars ist John Mayer, der im modernen Pop-Business ebenso respektiert und bewundert wird wie von altgedienten Gitarrenhelden.

Sein Modell ist die heute vorgestellte PRS Private Stock Super Eagle II. „Eagle”, also Adler, ist eine gängige Bezeichnung bei PRS, sind doch Vögel als Griffbretteinlagen ein Markenzeichnen von Mr. Smith. Bereits um die Jahrtausendwende brachte PRS seine bis dahin ultimative Gitarre auf den Markt, die sogenannte „Modern Eagle”.

PRS und die Super Eagle

Dabei haben fast alle PRS-Gitarren einen ähnlichen Aufbau zur Les Paul: Massiver Korpus aus Mahagoni mit Ahorndecke, Hals ebenfalls aus Mahagoni und dazu ein Griffbrett aus Palisander. PRS schlägt dabei aber eine Brücke zu Fender. Denn sowohl die etwas längere Mensur von 25 Zoll als auch die Verschaltung der Tonabnehmer sowie die Verwendung eines Vibrato-Systems erinnern an die Stratocaster. Warum diese Vorrede? Weil die Super Eagle II fast schon eine Zusammensetzung aus vielen Features ist, die es bei PRS schon einmal gab und die nun für John Mayer zur ultimativen PRS zusammengesetzt wurden.

Sie ist ein Hollow-Body-Modell und trägt damit Mayer Rechnung, der neben der Fender Stratocaster auch gerne zur Gibson ES-335 griff. Boden und Decke sind jeweils aus Ahorn, die Zargen aus Mahagoni. Der eingeleimte Hals ist ebenfalls aus Ahorn gefertigt. Das Griffbrett ist aus „African Blackwood”, einem Ebenholz, das besonders konsistent schwarz und in seiner Struktur sehr hart ist. Griffbretteinlagen sind die bekannten Birds aus Abalone. Die Zusammensetzung spricht schon für den gewünschten Ton: Hell, luftig und transparent mit schneller Ansprache. Der eingeleimte Hals sowie die Mahagonizargen nehmen dem Konstrukt etwas Schärfe und fügen etwas Wärme hinzu.

Die Mensur beträgt 25,375 Zoll, hat also fast die Dimensionen einer Stratocaster (25,5 Zoll). Die Kopfplatte ist an die Hände von Mayer angepasst und verläuft am Halsübergang etwas flacher als bei PRS sonst üblich. Darauf sitzen Locking Tuners der dritten Generation - sprich: Die Saiten werden hier nicht umwickelt, sondern eingeklemmt. Das sorgt für deutlich mehr Stimmstabilität und weniger Arbeit beim Wechsel der Saiten.

Tonabnehmer, Elektronik und deren Auswirkung

Auf dem Korpus sitzen drei Humbucker. Am Steg und am Hals jeweils ein PRS 58/15, der durch seine straffen Bässe, fokussierten Mitten und klaren Höhen besticht. In der Mitte sitzt eine Narrowfield, der speziell für Mayer entwickelt wurde. Vom Grundaufbau her ist er ein Humbucker, durch seine engeres Magnetfeld nimmt er jedoch nur etwas mehr Saitenlänge auf als ein Singlecoil. Das in Verbindung mit weniger Wicklungen auf der Spule gibt ihm eine knackigere, direktere Stimme.

Das Vibrato ist ebenfalls aus der dritten PRS-Generation und folgt zwar einem klassischen Aufbau, ist aber durch jahrelange Verbesserung unglaublich stimmstabil. Selbst härtere Behandlung steckt es, auch dank der Locking Tuner, fast klaglos weg.

Richtig interessant wird diese PRS dank ihrer Elektronik. Ganz PRS-typisch kommt sie mit nur einem Volumen- und einem Tonregler aus, die beide für alle Tonabnehmer gleichermaßen wirken. Dazu kommt ein 5-Wege-Klingenschalter für den Tonabnehmerwechsel, der dem Konzept einer Stratocaster entspricht: Steg, Steg + Mitte, Mitte, Mitte + Hals, Hals. Für jeden der drei Tonabnehmer gibt es dazu einen 2-Wege-Kippschalter, der jeweils eine Spule trennt und somit vom Humbucker-Betrieb auf Singlecoil schaltet. Den Kombinationsmöglichkeiten sind damit fast keine Grenzen gesetzt.

Richtung hinterer Zarge sitzen zwei weitere Kippschalter: Einer davon aktiviert einen Preamp, der das Signal mithilfe einer 9-Volt-Blackbatterie boostet und damit Verlusten durch zu lange Kabel vorbeugt. Der zweite Schalter aktiviert, wenn der Preamp aktiv ist, einen Treble-Boost. Wie zu erwarten verstärkt dieser die Höhen und sorgt damit für mehr Präsenz und Klarheit im Ton.

Nicht, dass die Super Eagle II davon zu wenig hätte. Spielt man diese Gitarre, spürt man die DNA von John Mayer: Kräftig und direkt im Anschlag, klar in den oberen Registern, straff in Mitten und Bässen, aber dennoch warm, voll und rund. Die Tonabnehmer haben dabei im Humbucker-Modus einen sehr moderaten Output, vintage eben, und sorgen für Klarheit und Direktheit. Die Vielseitigkeit dieser Gitarre ist jedoch auf den ersten Blick zu erkennen. Sie kann nicht nur clean, sondern bietet auch genug Fleisch in den Mitten für satte, verzerrte Sounds am Steg und eine cremige, singende Stimme am Hals.

Fazit zur PRS Private Stock Super Eagle II

Ist das die ultimative PRS? Das kommt auf den Standpunkt des Betrachters an. Wer eher puristisch unterwegs ist, wird sich an der Vielfalt von Schaltern, die man leicht unabsichtlich verstellen kann, vielleicht stören. In Sachen Verarbeitung, Spielbarkeit und Qualität der Hölzer erlebt man hier jedoch das Feinste, was der Instrumentenbau zu bieten hat. Mängel oder Unsauberkeiten sucht man vergebens. Das alles hat jedoch einen stolzen Preis, der auch dank des aktuellen Dollarkurses bei knapp 13.000 Euro liegt. Damit ist diese Gitarre wahrlich kein „ich probiere mal”-Stück, sondern DIE EINE, die man eben möchte oder nicht möchte. Wer das nötige Kleingeld hat und sich auf den insgesamt etwas PRS-untypischen Aufbau und Klang einlässt, wird jedoch mit der bestmöglichen Gitarre belohnt, die die Serienproduktion zu bieten hat.

Informationen zum Hersteller:

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