Fender American Professional Series

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Öfter mal was neues - so dachte Fender vor einem Jahr. Das Resultat ist die Fender American Professional Series.

Schließlich ist das amerikanische Unternehmen bekannt dafür, immer wieder neue Ideen umzusetzen und dabei den Bogen zwischen Tradition und Moderne zu spannen, denn die Produktpalette hat sich nicht spektakulär geändert. Seit fast 60 Jahren sind die Modelle Stratocaster und Telecaster bei den E-Gitarren sowie Precision und Jazz bei den E-Bässen die Bestseller im Produktprogramm. Auch die E-Gitarren-Modelle Jazzmaster und Jaguar existieren ähnlich lange und sind Ikonen der Musikwelt geworden. Fender hat sich dabei immer bemüht, Anregungen der Spieler in Form von Verbesserungen, aber auch Sonder- und Signature-Modellen zu verbauen. Eddie van Halen beispielsweise brachte Fender dazu, Humbucker statt nur Singlecoils zu verbauen - die HSS-Strat ist heute nicht mehr aus dem Katalog wegzudenken.

  1. Von American Standard zu American Professional
  2. Stratocaster
  3. Telecaster
  4. Jazzmaster und Jaguar
  5. Precision Bass und Jazz Bass
  6. Zubehör und Optionen der Fender American Professional Series
  7. Fazit zur Fender American Professional Series

Von American Standard zu American Professional

Das Rückgrat der Modellpalette bildete in den letzten Jahren die sogenannte „American Standard Series”. Dieser Namenszusatz zeigte an, dass das jeweilige Modell im Hauptwerk in den USA gefertigt wurde, nicht in Mexiko oder bei Squier in Fernost. Aber auch nicht aus den Serien Classic, Vintage, Deluxe oder gar aus dem Custom Shop stammt. Wer „DIE” Strat wollte, kaufte die Fender American Standard Stratocaster. Doch Fender wollte offensichtlich den Wünschen der Kunden und dem Zeitgeist Rechnung tragen. Die Professional-Serie ist nicht nur eine neue Bezeichnung, sondern hält einige Neuerungen parat, die die Gitarren auf ein neues, professionelles Level heben sollen. Übergreifend für alle Modelle kann man feststellen, dass vor allem die Farbpalette erweitert, das generell typische Fender-Halsprofil überarbeitet und eine neue Generation von Tonabnehmern entwickelt wurden.

Stratocaster

Die Stratocaster ist und bleibt das Aushängeschild von Fender. Neben allem Traditionsbewusstsein gab und gibt es jedoch gewisse Kritikpunkte am Design, die Fender nun eliminiert haben will. Allen voran steht das bekannte Fender-Tremolo (das eigentlich ein Vibrato ist - Fender hat diesen Fehler bekanntlich „erfunden” und die gesamte Gitarrenwelt übernimmt ihn bis zum heutigen Tage so...), das bisher mit eingeschraubtem Arm arbeitete. Was bei anderen Herstellern wie Floyd Rose, Schaller oder PRS längst üblich ist, findet nun auch bei Fender Einzug. Der Arm kann eingesteckt und die Beweglichkeit mithilfe einer Arretierschraube justiert werden.

Wie eingangs erwähnt, hat die Stratocaster nun das neue „Deep C”-Halsprofil, das etwas dicker ist als das bekannte C-Profil. Auf dem Griffbrett finden sich neue Bünde, die etwas schmaler und zugleich etwas höher sind als bisher üblich. Außerdem verwendet Fender nun einen Knochensattel.

Auch die Elektronik ist runderneuert. Die von Tim Shaw entwickelten Singlecoils nennen sich nun „V-Mod”. Sie unterscheiden sich vor allem durch neu entwickelte Alnico-Magnete, neue Mischungen, die vor allem am Hals und in der Mitte einen klaren und dennoch warmen Klang entfalten sollen. Anders als in der Vergangenheit sind sie nicht nur etwas outputschwächer als am Steg, sondern auch klanglich speziell auf ihre Position abgestimmt. Auch die Humbucker-Variante ist neu entworfen und bietet im Vergleich zu vorher etwas mehr Mitten und mehr Druck, um sich auch in moderneren Gefilden mit mehr Gain zurechtzufinden. Zudem wurde der Schaltkreis um ein sogenanntes „Treble Bleed” erweitert. Diese Schaltung sorgt dafür, dass beim Herunterregeln des Volume-Potis die Höhen nicht gedämpft werden.

Wie üblich ist die Stratocaster in verschiedenen Bestückungen erhältlich: Klassisch mit drei Singlecoils, etwas moderner mit Humbucker am Steg und sogar ganz progressiv mit zwei Humbuckern an Steg und Hals. Die reine Humbucker-Bestückung ist dabei immer mit einem Palisandergriffbrett kombiniert, die beiden anderen Varianten wahlweise mit Ahorn oder Palisander.

Telecaster

Die Telecaster ist die zweite große Koryphäe aus dem Hause Fender. In den 50ern galt sie als überholt und sollte durch die Stratocaster abgelöst werden, doch dank ihres einzigartigen Klangs und Spielgefühls ist sie bis heute eines der beliebtesten (und meist kopierten!) Gitarrenmodelle. Wie schon die Stratocaster finden wir nun auch auf der Telecaster das neue Halsprofil mit neuer Bundstärke. Die wichtigste Neuerung sitzt jedoch am Steg. Dieser wurde baulich etwas verändert, um die Intonation der einzelnen Reiter zu verbessern. Außerdem sollen die neuen Arretierschrauben nun nicht mehr unangenehm in den Handballen drücken.

Auch die klassischen Telecaster-Pickups, die sich wesentlich von denen der Stratocaster unterscheiden, wurden dem V-Mod unterzogen, um ihre Stärken und Eigenschaften stärker herauszuheben, aber ihre Schwächen zu beseitigen. Diese neuen Tonabnehmer übertragen den altbekannten Twang, klingen aber gleichzeitig etwas ausgewogener, klarer und wärmer.

Die Telecaster ist wie immer in zwei Varianten erhältlich: Der Klassiker mit zwei Singlecoils und Ahorngriffbrett, aber auch eine Version mit zwei Humbuckern und Palisandergriffbrett. Hier ist das Layout an Schaltern etwas modifiziert: Der Pickup-Wahlschalter sitzt am oberen Horn, unten finden sich je zwei Volume- und Ton-Potis. Die Humbucker sollen, wie schon bei der Strat, mehr Mitten und Schub bringen.

Jazzmaster und Jaguar

Auch die dritten im Bunde, das Pärchen Jazzmaster und Jaguar, erfahren eine Frischzellenkur: V-Mod für die Pickups, „Deep C”-Halsprofil, neue Bünde sowie die „Treble Bleed”-Tonschaltung. Die wesentlichste Neuerung findet sich an der Brücke, hier ist nun jeweils das zweiteilige Mustang-Tremolo mit Schraubarm verbaut, das für mehr Stimmstabilität und bessere Intonation sorgen soll. Ansonsten bleiben die grundlegenden Konzepte gleich: Die Jaguar kommt mit zwei Fender-typischen Singlecoils und Ahorngriffbrett daher, die Jazzmaster mit zwei P90's und Palisandergriffbrett, jeweils mit der altbekannten Schaltung.

Precision Bass und Jazz Bass

Die beiden Fender-Bässe sind die wahrscheinlich bekanntesten und meistgenutzten Grundmodelle der Welt, doch auch hier wurden sanfte Korrekturen vorgenommen. Ebenso wie alle Modelle tragen die Bässe nun schmalere und zugleich höhere Bünde als zuvor, auch die Tonabnehmer nennen sich nun V-Mod. In den Hälsen sind sogenannte „Posiflex Rods” verbaut - Graphitstäbe, die die langen, massereichen Hälse nun auch bei Temperaturschwankungen und hoher Beanspruchung besser in Position und somit stimmstabiler halten. Auch die Stege wurden überarbeitet, sie sind massereicher und sollen so die Übertragung an den Korpus sowie das Sustain verbessern. Zu guter Letzt werden die Stimmwirbel angepasst, ihr Schaft ist gerillt, somit rutscht die Saite beim Einführen automatisch nach unten, wird daher mit größerem Druck auf den Sattel gepresst und verbessert so ebenfalls Sustain und Stimmstabilität.

Der Jazz Bass erhält ebenfalls das „Deep C”-Halsprofil, behält aber selbstverständlich seine zwei Singlecoils (von Michael Bump überarbeitet) und seine gewohnte Verschaltung. Er ist wie bisher erhältlich als Viersaiter mit Ahorn- oder Palisandergriffbrett sowie als Fünfsaiter und Viersaiter-Fretless, beide jedoch nur mit Palisandergriffbrett.

Der Precision Bass erhält dagegen ein ganz spezielles Halsprofil, das sich „'63 P Bass” nennt. Es ist etwas schlanker als das bisherige Profil und soll ein komfortableres Spielgefühl erzeugen. Der einzelne Pickup mit zwei Spulen und zwei Reglern bleibt bestehen, allerdings auch hier als V-Mod. Der Precision Bass ist weiterhin erhältlich als Viersaiter mit Palisandergriffbrett oder Fünfsaiter mit Ahorngriffbrett. Wie immer kann sich der Spieler zwischen Jazz und Precision den für sich passenden Bass wählen.

Zubehör und Optionen der Fender American Professional Series

Alle neuen Modelle kommen standardmäßig mit neuem Hartschalenkoffer. Außerdem sind vier Standardmodelle gegen einen geringen Aufpreis von jeweils nicht einmal 100 Euro als Linkshänderversion erhältlich: Stratocaster mit drei Singlecoils, Telecaster mit zwei Singlecoils sowie jeweils die Viersaiter-Version von Jazz Bass und Precision Bass.

Fazit zur Fender American Professional Series

Wow - ein großer Wurf von Fender! Was auf den ersten Blick wie etwas Kosmetik aussieht, zeigt sich in der Praxis jeweils als wesentliche Weiterentwicklung. Ja, die Modelle wurden natürlich nicht völlig über den Haufen geworfen, man erkennt sie alle als altbekannte Klassiker mit bekannten Sound, Feeling und Vibe wieder. Aber: Fender hat sich auch bekannten Schwachstellen angenommen und diese jeweils zumindest verbessert, ohne die Instrumente völlig umzustellen. Ich denke, jeder weiß, dass es für viele Fender-Konstruktionen technisch besser funktionierende Lösungen gäbe. Aber bei solchen Klassikern lohnt es sich, etwas traditionsbewusst zu bleiben, nicht umsonst zählen sie zu den beliebtesten Vertretern ihrer Art. Fender hat lediglich gute Produkte noch etwas besser gemacht.

Informationen zum Hersteller:

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