Echolette MKI + 212 Cab im Test

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Mit dem Echolette MKI Röhren-Gitarrenverstärker kehrt eine Marke mit großer Geschichte (seit 1959) zurück, die seit den frühen 1960er Jahren den Rockabilly und die Beatmusik stark beeinflusst hatte.

Das legendäre Erscheinungsbild in Kassettenbauweise mit goldfarbenen Gehäusen ist noch auf alten Aufnahmen gut zu erkennen, die Baureihen hielten sich auch nach dem Verkauf an Dynacord im Jahr 1969 sehr lange. Allerdings verschwand ab 1981 der Name Echolette, Dynacord verkaufte fortan die Amps als eigene Produkte. Rockmusiker hatten gelegentlich die deutschen, aber preiswerten Produkte als „Tanzmuggen-Amps” geschmäht, in der Szene angesagt waren Marshall und Fender Verstärker. Diese waren jedoch deutlich teurer. Abseits vom Image waren Echolette und Dynacord Amps immer sehr gute Hilfen für den Gitarristen. An diese Qualität knüpft der Echolette MKI an.

  1. Traditionelle Technik beim Echolette MKI + 212 Cab mit Tube-Head & Box
  2. Umfängliche Ausmaße und herrlicher Sound beim Echolette MKI
  3. Unser Fazit zum Echolette MKI + 212 Cab mit Tube-Head & Box

Traditionelle Technik beim Echolette MKI + 212 Cab mit Tube-Head & Box

Der Echolette MKI entsteht aus deutscher Wert- und Handarbeit, er ist überwiegend handverdrahtet. Eine hochwertige Leiterbahnenplatine ist der Träger für alle Bauteile wie Orange-Drop-Kondensatoren, Alpha-Potis, Elkos von TAD, Röhrenfassungen und hochwertigste Schalter. Die eingesetzten Standards entsprechen denen des Boutique-Segments. Der Vollröhrenverstärker bietet auf zwei identisch ausgestatteten Kanälen Gain, Volume und Dreiband-EQ, das Gain-Niveau und damit der Grund-Sound unterscheiden sich erheblich. „F“ ist der Clean-Kanal, „D“ sorgt für heißere Effekte. An der Front gibt es außerdem das Röhrenverstärker-typische Presence-Poti, den Schalter für den F/D-Kanalwechsel, Power und Standby. Die Pegelstärke lässt sich in den beiden Sektionen Return und Send abstimmen. Im Return-Weg gibt es allerdings keine Nachverstärkung, sodass sich Pegelverluste nicht aktiv ausgleichen lassen. Fünf Lautsprecherausgänge und einen Footswitch-Anschluss bringt der Amp außerdem mit. Seine nominale Leistung von rund 35 Watt zieht aus zwei KT66-Röhren, während die Vorstufe sowie der Phasentreiber insgesamt fünf Novalröhren nutzen. Die Röhren lassen sich gegen Alternativen ersetzen, auf die im Manual hingewiesen wird und die den Klang deutlich ändern können. Hinsichtlich der Verarbeitung wirkt der Echolette MKI perfekt bis hin zum Gehäuse mit einem Tolex-Bezug. Auf Schutzkappen wurde verzichtet, was die Optik elegant erscheinen lässt, das Gehäuse allerdings verletzbarer macht. Es ist zudem hinten teilweise nur mit einer Holzleiste verschlossen und erfordert einen umsichtigen Transport.

Umfängliche Ausmaße und herrlicher Sound beim Echolette MKI

Der herausragenden Technik und dem wirklich guten Sound stehen die Ausmaße gegenüber, der Echolette MKI + 212 Cab mit Tube-Head & Box ist nicht eben klein. Er setzt noch auf das Volumen als Klangträger und wiegt 30 Kilogramm, was wohl dem relativ schweren Schichtholz geschuldet ist. Die Lautsprecher sind Celestion G12M aus England, der Amp steht auf Gummifüße und hat eine Basket-Weave als Schutzfront. Eine Stereo-Option gibt es leider nicht. Getröstet wird der Musiker durch den Sound mit frühzeitiger Sättigung und leichtem Overdrive. Der weiche Vintage-Teppich ist nicht zu befürchten, auch wenn er vielleicht optisch zu erwarten war. Die Ansprache ist zwar gnädig, aber stets stramm und dennoch kulturvoll. Feinheiten werden erstklassig erkannt, was die Charakteristiken unterschiedlicher Gitarren hervortreten lässt - und darauf kommt es an. Der Sound zeichnet sich durch große Transparenz und Brillanz aus, er wirkt offensiv und nicht zu weich. Beim Einsatz „beißender“ Vintage-Singlecoil-Gitarren ist das erfreulich, es macht den gesamten Klang moderner, ohne die Vintage-Attitüde ganz vergessen zu lassen. Die höhenfreundliche Wiedergabe schlägt eine Brücke zum Sound des legendären AC30, jedoch ist sie nicht mehr so glasig wie beim Vorreiter aus den frühen 1960er Jahren. Dieser Charakterzug zeichnet besonders den F-Channel des Echolette MKI aus, hinzu kommen gesunde Bassanteile. Das Klangkonzept ist absolute „Old School“, selbst alte Hendrix-Sounds lassen sich einstellen. Das Retro-Charisma wird zusätzlich durch die Ausklingphase von langen Noten unterstrichen, die eine gefühlte Ewigkeit stehen können.

Unser Fazit zum Echolette MKI + 212 Cab mit Tube-Head & Box

Ein Allrounder ist dieser Amp nicht, vielmehr ist der Echolette MKI ein gepflegter Retro-Tonbildner, was ihn besonders wertvoll macht. Seine Tugenden sind die vorbildliche Sensibilität für individuelle Charaktere von Gitarren und deren Spielweisen. Die Klangbalance ist im Allgemeinen vorbildlich. Das 212 Cabinet tritt höchst kultiviert auf, es ergänzt den Amp perfekt und ist auch allein eine Empfehlung wert. Der Preis entspricht dem von Boutique-Erzeugnissen aus Europa, wofür Ihr mit einem einwandfreien Gitarrenverstärker belohnt werdet.

Informationen zum Hersteller:

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