Das Peter-Weihe-Set von Andreas Kloppmann

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Das Peter-Weihe-Set von Andreas Kloppmann Bild 2

Wer sich mit dem Thema Tonabnehmern beschäftigt, wird früher oder später auf den Namen Andreas Kloppmann stoßen.

Seit Mitte der 80er Jahre beschäftigt er sich mit dem komplexen Thema, welche Rolle die Tonabnehmer im Instrument spielen, welche Faktoren ihren Klang beeinflussen und wie die perfekte Harmonie zwischen Instrument, Tonabnehmer und Spieler aussieht. Kloppmann wickelt und fertigt alle Tonabnehmer selbst per Hand und zählt damit zur Riege der Boutique-Hersteller.

Das Herzstück seiner Arbeit sind dabei eigentlich Singlecoils, insbesondere für die Stratocaster. Sie sind für ihn die höchste Kunst der Tonabnehmer, da bei nur einer Spule die Anzahl der Faktoren äußerst gering ist und jeder einzelne daher umso mehr Einfluss auf das Endergebnis hat. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, sich auch in der Welt der Humbucker auszuleben und Replika der legendären Tonabnehmer zu erschaffen, die Ende der 50er bis Anfang der 60er verbaut wurden und bis heute als heiliger Gral der E-Gitarre gelten. Und welcher Gitarrist träumt nicht davon, eine 59er Les Paul sein Eigen zu nennen?

  1. Andreas Kloppmann und die Humbucker
  2. Der HB PW für Peter Weihe
  3. Sound und Feeling des Peter-Weihe-Sets
  4. Sonderoptionen und Zubehör
  5. Fazit zum Peter-Weihe-Set
  6. HB PW Set, Mad Professor Twimble demo part 2 by Marko Karhu
  7. HB PW Deluxe Set, Mad Professor Dual Blue Delay demo part 2 by Marko Karhu

Andreas Kloppmann und die Humbucker

Peter Weihe, dessen Signature-Set wir in diesem Bericht betrachten, war der Auslöser für die Humbucker-Fertigung von Andreas Kloppmann. Ende der 70er hatte er nämlich die Gelegenheit, Weihes 58er Les Paul zu spielen. Aus diesem Erlebnis erwuchs nach vielen Jahren sein HB 58, ein Set, das durch seine Klarheit, Offenheit und Transparenz überzeugt - ganz im Stile des Leitsatzes, dass eine alte Les Paul ähnlich wie eine Telecaster klingen sollte. Im Laufe der nächsten Jahre und nach den Möglichkeiten, weitere alte und erhaltene Les Pauls zu spielen, entwickelten sich die Sets HB 57, HB 59, HB 60 und HB 62. Diese sollen den Geist und den bis heute legendären Klang der jeweiligen Generation der Les Paul zum Leben erwecken. Doch all das ging Peter Weihe nicht weit genug, er wollte für seine Studiogitarren eine möglichst exakte Kopie dessen, was in der originalen Les Paul von 1958 verbaut ist. Das Ergebnis ist das Peter-Weihe-Signature-Set.

Der HB PW für Peter Weihe

Wer schon einmal eine gute und einwandfrei erhaltene Les Paul dieser Jahrgänge gespielt hat, weiß, welche ungeheure Inspiration das den beiden Herren geben muss. Natürlich muss man dazu sagen, dass bei Weitem nicht jede Les Paul aus den 50ern perfekt ist. Ganz im Gegenteil, abgesehen davon, dass natürlich nicht allzu viele dieser damals noch vollständig handgefertigten Unikate erhalten sind, sind auch viele davon nicht erstrebenswert.

Denn besonders bei den Tonabnehmern gibt es große Streuungen. Magnete, Kappenmaterialien, Anzahl der Wicklungen, Drahtdicke - all diese Faktoren wurden damals mehr oder weniger zufällig ausgewählt. Und tatsächlich zerbrechen sich die Tonabnehmer-Gurus der Welt heute den Kopf über genau diese Fragen und wie man durch das korrekte Lösen dieses Puzzles dem gewünschten Sound möglichst nahe kommt. Denn auch das muss gesagt werden: Keine zwei 59er (oder 57er, 58er etc.) klingen gleich, viele davon sogar dramatisch unterschiedlich.

Doch bei diesem Projekt war das Ziel genau vorgegeben: Zu erreichen war der exakte Klang des Sets in der existierenden Les Paul. Das besondere an diesen Tonabnehmern ist deren Balance und Ausgeglichenheit bei gleichzeitig starkem, einzigartigem Charakter. Eine Gitarre mit diesen Pickups soll von klaren, luftigen Cleansounds bis hin zu cremigen, fetten Leadsounds immer eine gute Figur abgeben. Vor allem die Interaktion mit den Potis auf der Gitarre soll, ganz wie früher, den Klang entscheidend färben und für die notwendige Variation sorgen.

Sound und Feeling des Peter-Weihe-Sets

Um es vorwegzunehmen: Wer diese Tonabnehmer einmal in einer guten Les Paul spielt, wird ihren Klang so schnell nicht mehr vergessen. Schon im Clean-Bereich wird deutlich, welche Qualitäten in ihnen stecken. Klarheit, Offenheit, Transparenz und genaue Saitentrennung bestimmen das Klangbild. Dabei wird es niemals kalt oder steril, ganz im Gegenteil, diese Pickups strahlen Wärme und Fülle aus. Sie zeigen vor allem, dass ein fetter Sound nicht über viel Output zustande kommt, sondern über ein breites Klangspektrum, das dennoch nicht undefiniert wird. Das macht sich vor allem beim Halspickup bemerkbar: Er ist voll, rund und bassreich, aber niemals matschig oder unklar.

Nutzt man sie im Gain-Bereich, fällt sofort auf, dass sie ihre Durchsichtigkeit behalten, aber dennoch nicht mit Druck und Schub geizen. Der Stegpickup liefert ein fettes Klangbild und kann von Classic Rock bis Modern High Gain in jeder Disziplin glänzen. Lediglich Freunde der ganz harten Metal-Gangart werden hier vielleicht die Nase rümpfen, denn obwohl die Basssaiten auch bei viel Verzerrung nie matschen, sondern stets straff und definiert bleiben, ist das komplexe Mittenbild charakteristisch für diesen Pickup.

Auch am Hals hört man diesen Charakter: Wenig Output sorgt für Klarheit und Offenheit, das Mittenbild des Pickups für Fülle und Wärme. Dieser Tonabnehmer in der richtigen Gitarre singt, weint, jault und reagiert wunderbar auf die Akzente, die der Spieler setzt. In der Mittenstellung offenbaren sich noch weitere Welten, nämlich ein angenehmer Twang, der das Bild deutlich auflockert und dem Spieler alle Möglichkeiten gibt, die Leichtfüßigkeit des Stegpickups mit der Wärme des Halspickups zu kombinieren. Die Ausgewogenheit und perfekte Abstimmung des Sets spielen dabei natürlich eine große Rolle.

Sonderoptionen und Zubehör

Die Optionen dieses Peter-Weihe-Sets* sind naturgemäß etwas eingeschränkt. Standardmäßig sind sie immer mit Nickelkappe gefertigt, es gibt keine Version mit offenen Spulen. Der Kunde kann sich entschieden, ob diese neue oder künstlich gealtert sein soll. Die Verkabelung ist immer zweiadrig, eine Splitcoil-Schaltung ist damit also nicht realisierbar und im Sinne des Klangs auch nicht gewünscht. Wer möchte, kann zu diesem Set jedoch zwei originale (geprüfte und funktionstüchtige!) Bumble Bee Paper In Oil Kondensatoren erwerben, die das letzte Quäntchen Richtung legendärem 58er Les-Paul-Sound ausmachen.

Fazit zum Peter-Weihe-Set

Statement von Peter Weihe: Er sei überrascht, aber dieses Set träfe den Klang seiner originalen 58er genau. Wer den authentischen Sound der alten Les Pauls sucht, ist also bei Andreas Kloppmann gut aufgehoben. Das Set für Peter Weihe ist mit Sicherheit das Premium-Modell, doch auch die anderen Sets sind immer ein offenes Ohr wert. Dafür wird allerdings auch ein entsprechender Betrag fällig. Wer ein guten Klang zu niedrigen Preisen sucht, muss sich eher an die Massenhersteller Seymour Duncan, DiMarzi & Co. und nicht an diesen exquisiten Handwerksmeister wenden.

Versionen:

Kloppmann Peter Weihe HB-PW*
Kloppmann Peter Weihe HB-PW Deluxe*

HB PW Set, Mad Professor Twimble demo part 2 by Marko Karhu

HB PW Deluxe Set, Mad Professor Dual Blue Delay demo part 2 by Marko Karhu

Informationen zum Hersteller:

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