Breedlove USA Series

Breedlove USA Series Bild 1
Breedlove USA Series Bild 2
Breedlove USA Series Bild 3
Breedlove USA Series Bild 4
Breedlove USA Series Bild 5

Obwohl Breedlove eine der besten Gitarrenfertigungen auf dem Markt vorweisen kann, ist das Unternehmen in Deutschland relativ unbekannt. Schade eigentlich, denn in der breiten Produktpalette ist für jede Stilrichtung und jeden Geldbeutel etwas zu finden.

Die Geschichte von Breedlove begann in den späten 80ern, als Larry Breedlove und Steve Henderson während ihrer Tätigkeit bei Taylor Guitars eine Idee hatten, um die Konstruktion einer Akustikgitarre entscheidend zu verbessern. Sie bestand aus zwei Grundzutaten: Zum einen dem sogenannten „Graduated Top“, einer Decke, die unterhalb der Basssaiten etwas dünner und unterhalb der Diskantsaiten etwas dicker ist. Sie soll helfen, die Dynamik, Ansprache und Lautstärkepegel lebendiger und ausgeglichener zu gestalten. Zum anderen entwickelten sie ein System, die Verstrebungen zur Stabilisierung der Decke anders zu gestalten, um sie so zu entlasten und dadurch kräftigere Bässe, komplexere Mitten und mehr Sustain zu erhalten.

In den früheren 90ern verpflichteten sie Larrys Bruder, Kim Breedlove, als Gitarrenbaumeister. Mit ihm schafften sie den Sprung von einer Idee hin zu einer wahren Boutique-Manufaktur. Auf ihren ersten Messen überzeugten sie die Kunden dann so sehr, dass die Bestellungen die Fertigungskapazität weit überstiegen. Doch obwohl die beiden Gründer im Lauf der Zeit das Unternehmen verließen, wurden dank der Innovationskraft von Kim Breedlove Fertigungsmethoden entwickelt und weitere Gitarrenbauer verpflichtet, die es heute ermöglichen, große Stückzahlen in höchster Qualität zu realisieren. Dabei reicht die Palette von den teuersten, handgefertigten Stücken der „Masterclass“-Serie bis hin zu den mittlerweile in China gefertigten Serien „Discovery“ und „Stage“, welche die Mittelklasse von Akustikgitarren mit einem überragenden Preis-Leistungs-Verhältnis bereichern.

  1. Geschichte der „USA“-Modellreihe
  2. Aufbau der USA Series
  3. Klang und Bespielbarkeit der Breedlove USA Series
  4. Fazit zur Breedlove USA Series
  5. Breedlove Guitars: USA Concert Moon Light Sitka - Mahogany Acoustic Guitar

Geschichte der „USA“-Modellreihe

Die USA Series sind selbstverständlich nicht in China gefertigt, sondern im Mutterland des Unternehmens in Bend, Oregon. Breedlove bietet bereits viele Modellreihen an, die hier gefertigt werden, wie zum Beispiel „Masterclass“, „Premier“, „Legacy“ oder „Frontier“. Jede dieser Serien hat ihre eigene Zusammenstellung aus Hölzern, Konstruktion und verwendeten Korpusformen. Besonders bei Korpusformen greift Breedlove auf bekannte Designs wie Dreadnought oder Concert zurück, hat diese aber entscheidend angepasst, um ein ganz eigenes Spielgefühl zu entwickeln. Es würde zu weit führen, jede davon näher zu beleuchten, denn die USA-Reihe hat einen anderen Ansatz: Sie soll noch leichter sein als die modernen Bauformen, ohne dabei auf das Feeling und den Breedlove-typischen großen, dreidimensionalen Klang zu verzichten.

Aufbau der Breedlove USA Series

Das Ziel: Die Konstruktion soll so leicht wie möglich, aber dennoch keine Mini- oder Traveler-Gitarre sein. Dennoch wurde die kleinstmögliche Korpusform im Katalog gewählt, nämlich Concert. Die USA-Series ist dabei 25 Prozent leichter als die vergleichbaren Concert-Gitarren der Premier Series. Das Concert-Profil ist eine kleine Acht mit sehr enger Taille.

Die exakten Maße sind: 11,28 Zoll (28,7 cm) Weite an der oberen Rundung, 15,37 Zoll (39 cm) an der unten Rundung und eine Taille von 9 Zoll (22,9 cm). Der Korpus ist 19,875 Zoll (50,5 cm) lang und hat eine Tiefe von 3,75 Zoll (9,5 cm). Sie ist damit etwas größer als eine klassische 0-Korpusgröße, wie sie von Martin Guitars schon Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, allerdings nicht so groß wie eine 00-Größe (Grand Concert). Das Schallloch ist mit einem Durchmesser von ebenfalls 3,75 Zoll etwas kleiner dimensioniert als üblich, wodurch sich nicht nur die Luftschallübertragung verändert, sondern auch die schwingende Fläche der Decke vergrößert.

Diese Konstruktion gibt es in vier Ausführungen, die sich in Holz und Lackierung unterscheiden. „Moon Light“ besteht aus einer Decke aus Sitkafichte mit Boden und Zargen aus Hondurasmahagoni. „Concert Fire“ ist vollständig aus Mahagoni gefertigt. Beide Modelle haben ein Satin-Finish mit Sunburst-Lackierung. Ähnlich verhält es sich mit „Day Light“ (vollständig aus Mahagoni) und „Sun Light“ (Fichtendecke auf Mahagoniboden und -zargen), deren Satin-Finish allerdings naturbelassen gefärbt ist. Hier sieht man nur Farbe und Maserung des Holzes. Der Gewichtsverlust kommt nicht (zumindest nicht nur) durch die Verwendung besonders leichter Holzstücke zustande, sondern vor allem durch die deutlich dünnere Ausführung der Decke sowie weniger Bracing, also Verstrebungen, unterhalb der Decke.

Gemeinsam ist bei allen vier Modellen der restliche Aufbau: Mahagonihals mit Griffbrett aus afrikanischem Ebenholz, worauf mit einer Mensurlänge von 25,5 Zoll (64,8 cm) 20 sauber und akkurat abgerichtete Bünde sitzen. Die Griffbrettlagen werden an den üblichen Stellen mit sogenannten „Offset Dots“ markiert, die unterhalb des zwölften Bundes am oberen Ende und oberhalb des zwölften Bundes am unteren Ende des Griffbretts liegen. Auf Verzierungen wie Bindings oder anderen Zierrat verzichtet man völlig.

Ein besonderes Schmankerl bietet Breedlove typischerweise am Steg, der aus afrikanischem Ebenholz gearbeitet ist. Die Saiten werden nicht, wie bei Akustikgitarren anderer Hersteller üblich, mithilfe von Pins durch Steg und Decke gezogen, sondern Richtung Korpusrückseite durch den Steg geführt. Die Klangübertragung geschieht mithilfe des „Bridge Truss“, einem Verbindungsholz, das innerhalb des Korpus die Stegunterseite mit den hinteren Zargen verbindet. Die gesamte Konstruktion strotzt dennoch vor Sustain und ist ein Teil der bereits angesprochenen Innovationen, die Breedlove von anderen Herstellern abgrenzen. Im Steg sitzt zudem ein Piezo-Tonabnehmer, der die Gitarre mithilfe eines Preamps von LR Baggs bühnentauglich macht.

Klang und Bespielbarkeit der Breedlove USA Series

Spielt man eine der USA-Gitarren, merkt man vor allem eines: Die Gewichtsreduktion ist keine leere Versprechung. Leicht und dennoch ausgewogen liegt sie in der Hand und ruht sie auf dem Oberschenkel. Am Gurt hat sie eine leichte Tendenz Richtung Kopf, doch das ist für Akustikgitarren nicht außergewöhnlich und mit dem ruhenden, rechten Arm ohne Mühe zu balancieren. Der Hals ist angenehm gearbeitet und liegt, ganz im üblichen Stile Breedloves, nicht zu massiv, aber auch nicht zu leicht in der Hand. Die perfekte Verarbeitung ermöglicht es, in allen Lagen komplexe Griffmuster bequem und sauber zu greifen.

Der Klang ist dabei überraschend groß und mächtig. Man hat tatsächlich den Eindruck, es mit einer größeren Gitarre zu tun zu haben, die besonders in den Bässen und der klanglichen Tiefe keine Abstriche macht. Doch muss man das auch im Kontext zu sehen wissen. Eine Concert-Bauform konkurriert in keiner Weise mit einer Dreadnought oder Jumbo. Ihr Fokus liegt klar auf einem komplexen Mittenbild, viel Sustain und dennoch starken, resonanten Singlenotes. Sie kommt also vor allem Fingerpickern und Solisten entgegen. Wer energiereiches Strumming und breite Akkordwände braucht, ist hier nicht ganz an der richtigen Adresse, auch wenn die USA-Modelle auch dabei eine deutlich bessere Figur machen als so manche, günstigere Dreadnought.

Die Voll-Mahagoni-Konstruktionen unterstreichen dieses mittige Klangbild natürlich, wogegen die Sitkafichte deutlich mehr Glanz in den Höhen und komplexe Obertöne bei gleichzeitig stärkeren, strafferen Bässen einbringt. Wie üblich gilt: Die Klangformung wird am stärksten durch die Korpusform bestimmt, darauf folgen Decke, Hals und Griffbrett, das Zargenholz spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wer sich für diese Gitarren interessiert, sollte nicht nur ein Modell gegenüber anderen Marken testen, sondern auch die Fichte- gegenüber der Mahagoniversion.

Fazit zur Breedlove USA Series

Was Breedlove hier auf die Beine gestellt hat, ist ein handwerkliches Meisterstück. Wie auch immer die Konstruktion es zustande bringt, kommt aus diesen kleinen, leichten Gitarren ein großer Sound – verglichen mit anderen, ähnlich kleinen Gitarren. Wie schon erwähnt, ist ein Vergleich mit einer Gitarre mit deutlich größerem Korpus wenig angebracht, das kann und soll die USA-Reihe auch nicht leisten. Sie bieten aber wahnsinnig viel Gitarre bei erstaunlich kleinen Maßen und unglaublich geringem Gewicht. Das ist kein Spielzeug, sondern eine bühnenfähige Concert-Gitarre der Extraklasse.

Breedlove Guitars: USA Concert Moon Light Sitka - Mahogany Acoustic Guitar

Informationen zum Hersteller:

Teilen Sie diesen Beitrag:

Kommentare

Gebrauchte Musikinstrumente kaufen und verkaufen

Bei uns trefft Ihr auf ein fachkundiges Publikum, das speziell neue und gebrauchte Musikinstrumente, Studio-, Licht- und Beschallungstechnik anbietet, sucht und findet.
Sicher kaufen und verkaufen! Sicherheitshinweise