BluGuitar AMP1 von Thomas Blug

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Ab wann ist eine Neuheit noch neu? Thomas Blug, bekannter Studiogitarrist und seit Jahren auf den Bühnen der Welt zuhause, gewählt zum besten Strat-Spieler Europas.

Vor etwas mehr als drei Jahren, hat er die Produkte seines Unternehmens BluGuitar veröffentlicht. Sein Ziel, den vollwertigen Sound eines traditionellen Stacks in einem transportablen Format verfügbar zu machen. Die ganz große Bekanntheit haben seine Geräte in Deutschland jedoch noch nicht erreicht. So viel sei aber vorab verraten: Der AMP1 erfüllt dieses Ziel definitiv.

  1. Aufbau und Funktionen des BluGuitar AMP1 im Handtaschenformat
  2. Klang und Möglichkeiten des BluGuitar AMP1
  3. Zubehör zum BluGuitar AMP1 - Boxen, Fußschalter und mehr
  4. Fazit zum BluGuitar AMP1

Aufbau und Funktionen des BluGuitar AMP1 im Handtaschenformat

Auf den ersten Blick hat der AMP1 große Ähnlichkeit mit vielen Multieffektgeräten. Tatsächlich ist der AMP1 aber ein vollwertiger Gitarrenverstärker mit analogem Aufbau. Die Vorstufe wird von Halbleitern betrieben. Puristen hören das nicht gerne, aber der AMP1 arbeitet wie quasi jedes Bodeneffektgerät, das eine Vor- und Endstufe emulieren soll. Der AMP1 hat allerdings eine Röhren-ähnliche Endstufe mit 100 Watt Leistung. Selbstverständlich sind in diesem Gehäuse keine fünf großen Verstärkerröhren zu finden, dafür allerdings eine sogenannte Nanotube. Diese ist sichtbar auf der Vorderseite angebracht und soll dafür sorgen, dass sich die Endstufe hinsichtlich Dynamik, Sättigung und Kompression ähnlich wie ein Vollröhrenverstärker verhält.

Das Bedienfeld des AMP1 ist übersichtlich aufgebaut. Die Hauptreihe mit sieben Reglern regelt, was man klassischer Weise kennt: Volume für den Clean-Kanal, Gain und Volume für den Overdrive-Kanal, Bass, Middle und Treble für beide Kanäle gemeinsam, und zuletzt ein Regler für den Halleffekt. Darüber liegt das Mastervolume und der Wahlschalter für den Overdrive-Kanal. Der AMP1 hat vier Kanäle. Zum einem steht ein simpler Clean-Kanal, dem man mithilfe des Volume-Potis aber schon zum leichten Übersteuern bringen kann. Zum anderen finden wir den Overdrive, der drei Modi bietet: Vintage, Classic und Modern. Diese sind nicht nur einfach drei Gain-Levels, sondern bieten jeweils eine ganz eigene Klangstruktur. Insgesamt ist der Sound sehr britisch angehaucht. Will man Vergleiche heranziehen, so ähnelt Vintage den alten Plexi- und JTM-Modellen aus den 60ern und 70ern. Classic bewegt sich in den JCM800-Gefilden aus den 80ern, Modern bildet den High-Gain-Sound der 90er und 2000er ab.

Am unteren Rand befinden sich drei Fußschalter. Der rechte Fußtaster aktiviert den eingebauten Hall. Ganz links wird der Kanal gewechselt, nämlich zwischen Clean und Overdrive. Ohne externen Fußschalter ist allerdings der Sound-Mode des Overdrive nicht per Fußtaster auswählbar. In der Mitte sitzt ein Boost, der jeweils Volume und Gain etwas anhebt. Wie stark der Boost wirkt, kann mit einem Drehregler an der linken Gehäuseseite eingestellt werden. Dort finden sich auch Regler mit der Bezeichnung "Tone" für alle Kanäle außer Vintage. Sie bestimmen vor allem Höhen und obere Mitten und verändern so den Grundcharakter des Kanals.

Für Classic und Modern finden sich hier auch Volume-Regler um die Lautstärken im Vergleich zu Classic einzupegeln. Dabei kann man sich natürlich entscheiden, ob alle drei Overdrives exakt gleich laut oder vielleicht die beiden mit mehr Gain etwas lauter sein sollen. Und wenn wir schon auf der linken Seite sind: Dort finden sich auch Schiebeschalter, die den Effektweg seriell oder parallel schalten. Außerdem kann dort die Intensität des Noisegates eingestellt werden, von deaktiviert bis Metal-mäßig scharf.

Am hinteren Teil befindet sich die Anschluss-Peripherie. Wie zu erwarten finden wir hier den Netzanschluss, der mit einer Wechselspannung zwischen 100 und 240 Volt arbeitet - vollständig auslandstauglich also! Daneben befindet sich der zierliche An-Aus-Schalter. Die MIDI-Steuerung wird per Klinke angeschlossen und teilt sich die Buchse mit dem Fußschalter. Es kann ein Lautsprecher mit 8 oder 16 Ohm Widerstand betrieben werden, wir finden Ein- und Ausgang des Effektwegs (seriell oder parallel gemäß Einstellung) sowie ein Recording-Out, das auch Kopfhörer betreiben kann. Und natürlich, klar, einen Klinkeninput für die Gitarre.

Klang und Möglichkeiten des BluGuitar AMP1

Puh, wahnsinnig viel Theorie, die aber verdeutlichen soll, was dieses Gerät alles kann: Nämlich verdammt viel! Nicht nur, dass alle Funktionen hochwertiger Röhrenverstärker zur Verfügung stehen, sondern auch die Klangstruktur ist individuell anpassbar. Das, in Verbindung mit der äußerst effektiven Klangregelung auf der Vorderseite, macht das Gerät zum Allrounder für Studio und Bühne gleichermaßen. Die Soundpalette reicht dabei von kristallklar clean bis hin zur bösen Metallzerre. All das kommt mit immenser Power, Dynamik und Röhren-gleichem Verhalten aus dem AMP1. Man hält es kaum für möglich, aber die Sounds überzeugen und lassen vergessen, dass man es hier mit einem Gerät zu tun hat, das in jedem Rucksack transportiert werden kann.

Ja, in einem direkten Vergleich mit einem schön, guten JCM800 wird man Unterschiede hören. Aber das ändert nichts an der unfassbaren Qualität, die der AMP1 mitbringt und erklärt, wieso Thomas Blug nur noch sein Gerät spielt. Wer grundsätzlich auf diesen Soundcharakter steht, wird seine Freude haben und feststellen, dass der AMP1 tatsächlich jedes Genre von Jazz bis Metal bedienen kann.

Zubehör zum BluGuitar AMP1 - Boxen, Fußschalter und mehr

Um die Vorteile des kleinen Bestecks zu komplettieren, wurden auch zwei 1x12-Boxen entwickelt, nämlich Nanocab und Fatcab. Das Fatcab hat dabei ein noch etwas größeres Gehäuse. Dank hochwertigen Hölzern und komplexer Bauweise bieten beide Boxen einen unglaublich tiefen, differenzierten und schlagkräftigen Sound, der auch hier vergessen macht, dass man kein Stack vor sich hat. Das in Verbindung mit geringem Gewicht macht die Kombination mit dem AMP1 perfekt. Beide Boxen sind aber auch für jeden einen Blick wert, der nach einer 1x12-Erweiterung für seinen Verstärker sucht.

Außerdem ist ein MIDI-Fußschalter mit umfassenden Speichermöglichkeiten erhältlich. Es sei erwähnt, dass diese 10 Schalter erst alle Möglichkeiten des AMP1 voll zur Geltung bringen, beispielsweise Kanalwechsel innerhalb des Overdrive. Der Boxen-Emulator BluBox treibt das Konzept dabei auf die Spitze: Hier wird eine Box simuliert und der Sound direkt für das Mischpult aufbereitet. Klanglich definitiv überzeugend und eine echte Option für jeden, der vollständig auf Schlepperei verzichten will.

Fazit zum BluGuitar AMP1

Puristen mögen die Nase rümpfen, doch BluGuitar stellt Handwerkszeug zur Verfügung, das seinesgleichen sucht. Es gibt keinen vergleichbaren Verstärker auf dem Markt und Effektgeräte mit digitalem Modeling können eine solche Dynamik nicht bieten. Wie immer ist Sound natürlich Geschmacksfrage, aber der AMP1 bietet ein unglaubliches Paket zu mehr als nur erschwinglichen Konditionen und ist definitiv eine überzeugende Alternative für alle, die ein kleines und handliches Gepäck bevorzugen, aber nicht auf den Sound der großen Amps verzichten wollen.

Informationen zum Hersteller:

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